Einfach Hund sein dürfen – Erziehung leicht gemacht

Die ersten 8- 10 Wochen lernt der Welpe unsagbar viel. Die Grundbausteine für sein Hundeleben werden gelegt.

Je mehr „Positives“ der kleine Hund erleben darf, desto unbeschwerter wird er sein. Positiv bedeutet nicht immer, dass alles gebilligt wird, sondern auch die Erfahrung aus gewissen Situationen heraus.

Beispiel: Fällt ein Welpe in den Teich, sieht es für uns Menschen erst einmal negativ und vor allem bedrohlich aus. Viele Neulinge würden sofort hinzulaufen und den Welpen mit beruhigenden Worten „retten“.
Lässt man den Welpen selbst agieren, wird er nach dem ersten Schreck, den Kopf hoch stecken und schwimmen – Welpen können schwimmen. Er klettert an Land und ist im Trockenen.

Das Positive für den Welpen ist, dass er ganz alleine aus seiner anfänglichen Missere herausgekommen ist. Er hat sich „selbst gerettet“ und das gibt Selbstvertrauen.

Diese ersten Wochen eines Welpen dienen dem „sich selbst finden“.
Spüren was weh tut, was geduldet wird, was gelingt und auch misslingt, sich eben selbst einzuschätzen.

 

Beobachtet man die Mutterhündin und das Rudel stellt man sehr schnell fest, dass diese ihre Nachkommen walten lassen und wirklich nur eingreifen, wenn die Welpen Angst und Hilflosigkeit signalisieren und selbst da bleibt manche Hündin erst einmal stehen und schaut, ob ihre Hilfe wirklich von Nöten ist.

 

Es ist wichtig das ein Welpe im Zusammenleben mit seinem Rudel Erfolge und auch Misserfolge durchlebt.
Der Mensch, in diesem Fall der Züchter, ist in dieser Zeit zwar auch Bezugsperson, sollte aber dem Hundchen seine Freiheit zugestehen und eher als Beobachter fungieren.

 

Spätestens wenn der Welpe auszieht ist das normale Hundeleben vorbei.

Die jungen Hundefamilien stürzen sich geradezu auf den Welpen, um ihm ALLES innerhalb kürzester Zeit beizubringen.

Der Welpe lernt seine Familie kennen, soll an der Leine laufen lernen, Stubenreinheit wird besonders vehement geübt, es darf nicht gebettelt werden, abends soll er alleine schlafen, nur an bestimmten Plätzen fressen UND nun wird noch der Halterehrgeiz aktiv……..der Welpe muss in die Hundeschule und auch noch Befehle lernen.

Hier, Sitz, Platz, Fuß müssen am besten in Rekordzeiten absolviert werden. Unterhalten sich mehrere Welpenfamilien versuchen diese sich oftmals mit dem Können ihres Welpen gegenseitig zu übertrumpfen.
Der junge Hund ist schließlich mit Begeisterung bei den Übungen dabei, weil er sich seine Leckerlies verdienen möchte und…..weil es nichts Spannenderes gibt………

Empörung bei den Haltern, mein Hund liebt es wenn ich mich mit ihm beschäftige.
Stimmt natürlich, aber es muss nicht immer ein leistungsbezogenes beschäftigen sein – gerade ein junger Hund benötigt auch weiterhin die Phasen der Selbstfindung und vor allem der Ruhe. Ein Welpe braucht seine „Gammelphasen“ wo er einfach nur hundisch umherstolpert und menschlich gesehen, sinnloses vollbringt.

In den 70ger Jahren wurden Schäferhunde das erste Jahr einfach nur wachsen gelassen. Sie lernten Hier , Sitz, Platz und Bleib in diesem 1. Jahr, ansonsten durften sie sogar herumrüpeln, raufen balgen und toben. Man wollte selbstsichere Diensthunde und ließ ihnen die Zeit sich zu entwickeln.
Erst nach dem ersten Jahr wurden die Hunde abgerichtet, denn sie waren gefestigt genug diese harte Diensthundeausbildung zu bestehen.

Unsere Welpen sollen aber schon im Babyalter bei Fuß gehen und das wird oft rigoros durchgezogen.

Dabei geht es soviel einfacher und stressfreier für Hund und Mensch

Ist der Welpe umgezogen wäre es viel besser, der Mensch übernimmt sowie wie vorher der Züchter den Beobachtungsposten. Schauen was der Welpe beschnüffelt , wie er sich verhält, der Mensch lernt erst einmal ein wenig hundisch.

Muss der Welpe pieseln, kann sofort das PFUI ertönen, der eine schnellen Lerneffekt sichert. Je spontaner der Besitzer reagiert , desto eher versteht der Welpe seinen Mensch, denn er muss auch menschich lernen.

 

Hier einige Beispiele eine ganz zwangfreie und einfache Möglichkeit ihrem Welpen einige Grundkommandos nebenbei beizubringen.

Sind Sie ein guter Beobachter werden Sie feststellen, dass ihr Welpe sofort angesaust kommt wenn Sie in die Hocke gehen oder Futter aus dem Kühlschrank holen. In dem Moment, wo der Welpe auf sie zustürmt, sagen sie „HIER“.

Das heißt Sie beobachten und „betiteln“ sein Tun.

Oftmals setzen die Welpen sich vor ihren Menschen, weil sie bemerkt haben, dass dieser etwas in der Hand hat, dieses TUN wir ebenfalls mit dem Befehl „SITZ“ verknüpft.

Geht der Hund von spielen erschöpft in seinen Hundekorb, erklingt automatisch „Hundeplatz“ und so geht es weiter.

Das heißt, Sie beobachten den Hund und geben seinem TUN den Befehlsnamen- so einfach ist das.

Schon nach kürzester Zeit, sagen wir 1 Woche für konsequentes betiteln seiner Aktionen, sprechen Sie den Befehl HIER aus und Sie werden erstaunt sein, wie sehr der Welpe den Befehl mit seinem Tun bereits verknüpft hat.

Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie wirklich konsequent dem Handeln einen Namen gegeben haben.

Der Welpen lernt spielerisch nebenbei, ohne Druck, ohne Leckerlies, ohne Lernzwang – fast so wie im Rudelleben.


Der Vorteil ist, der Hund lernt Gehorsam, weil er es nicht anders kennt. Die Handlung „Hinsetzen“ gehört genau so zu dem Wort „SITZ“, wie Wasser zum schwimmen. Das Gehirn des Welpen verknüpft positiv.

Der Welpe hat nun länger Zeit erwachsen zu werden, ohne Druck aufzuwachsen und Selbstsicherheit zu entwickeln.
Kommt die Zeit, wo der Mensch mit seinem Hund wirklich arbeiten möchte, hat man einen gefestigten Junghund, der auch Druck und Strafe deutlich besser verkraftet.

Aber der Hund muss doch gehorchen!

Absolut richtig – aber mal Hand aufs Herz, was MUSS er denn wirklich können MÜSSEN?

HIER und BLEIB sind die einzigen Befehle, die lebensrettend sein können. Das Wort NEIN

oder PFUI wird sicher mehr als nur einmal am Tag gesagt. Mehr braucht ein Welpe nicht können.

Die Vorzeigebefehle, kann man sich für später aufheben.

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